Mee(h)r im Herzen
Gedanken & Geschichten

#meinlebenin10songs

“Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum„ – Friedrich Nietzsche

Jeder von uns hat mit Sicherheit den Soundtrack fürs Leben!
Songs die mehr sind, als die Aneinanderreihung von Akkorden und Harmonien. Die uns innerhalb von Sekunden an Orte zurückführen, uns Dinge erneut fühlen, riechen lassen. Eine Playlist, die bestimmte Zeiten und Lebensabschnitte untermalt. Die perfekt passt an einem Abend, einem Tag, in einer Nacht und dann wechselt, zusammen mit unserer Stimmung, der Jahreszeit oder den Menschen in unserem Leben.
Ich habe mal versucht, die für mich wichtigsten 10 Songs zu finden – die, die meine Geschichte erzählen. Ich hoffe, ihr habt Spaß daran und wenn ihr Lust habt, macht doch auch mit.
Ich fang mal vorne an (und bitte nicht gleich aufhören zu lesen, es wird besser!)

„Alles wird sich ändern“ – ECHT 1998
Was wären die 90er ohne Boybands gewesen. Obwohl die meisten aus Übersee, so gab es doch in Deutschland auch einige von – ähäam Format. Ich liebte ECHT und gemeinsam mit meiner besten Freundin, backte ich zu Weihnachten das Bandlogo und die Köpfe der Jungs als Mürbeteigplätzchen – zum vernaschen. Noch heute bin ich übrigens froh, sie nicht – wie ursprünglich geplant – nach Flensburg geschickt zu haben. Leute, mit 15 macht man ja Sachen…

„Soul to sqeeze“ – Red Hot Chili Peppers 1993:
Rein musikhistorisch natürlich vor ECHT, aber in meiner Welt eeeetwas danach. Mein Einstieg in die Welt der guten Musik. Gerade noch gerettet. Wer weiß, vielleicht würde ich sonst in diesem Jahr 2017 zur DJ Bobo Tour gehen. Der junge Anthony, war natürlich ein Bonbon oben drauf und der leise Hauch weite Welt, bitteren Lebens und California Vibes, packte mich sehr schnell.

“Narcotic” – Liquido 1999:
Wer jetzt denkt, “Eben sagte sie noch was von gutem Musikgeschmack und jetzt das”, der irrt. Denn tatsächlich ist das ein äußerst anspruchsvoller Text, ein Song der in die Tiefe geht und komplizierte zwischenmenschliche Bez… – ja, ist ja gut dazu kann man halt mega abgehen, solche Songs gehören auch dazu! Zudem war er verantwortlich für diverse Fast-Kollapse wegen des Gehüpfes und erinnert mich – ähnlich wie der nächste Song – an insgesamt 14 unfassbare Jahre im Sommerlager. – And one time in Bandcamp…!

 
 

„Hotel California“ – The Eagels
Der ganze Schmerz dieser Welt in einem Song. So gefühlvoll, stark und doch leicht, dass es einfach niemanden geben kann, der dieses Song nicht liebt. Wer es nicht tut, hat die Seele von Musik nicht verstanden. Ich verbinde ihn mit Sommer, kalter Spezi, die Füße von der Veranda baumelnd und in der warmen Abendluft Kinderlachen und der Duft nach frisch abgemähten Feldern. Auch ein Song aus meiner Zeltlagerzeit, der für mich Verbundenheit bedeutet, Freundschaft, sehr viel Spaß und eine Sehnsucht nach einem zu Hause, dass man im Herzen trägt! Die Aufbruchsstimmung der letzten Teenagerjahre und die leise Erkenntnis, das die Welt vielleicht doch anders funktioniert, als man bisher dachte!

„In the Shadows“ – The Rasmus 2003
Sommer 2003, meinen Abschluss in der Tasche, den Führerschein auch, Freiheit von April bis September und das Meer um die Ecke – do I need to say more? Jeden Tag bei Sonnenaufgang, fuhr ich in diesem Sommer zum Strand, blieb dort den ganzen Tag und fuhr in der Hitze der Nacht wieder nach Haus, wenn die Touristen schon im Bett lagen und die Wellen nur noch flüsterten. Nie war meine Haut dunkler, mein Haar blonder, meine Füße sandiger und mein Herz freier. In diesem Sommer außerdem anwesend, meine erste große Liebe. Das hatte aber nichts direkt mit dem Song zu tun und ist sowieso ein ganz andere Geschichte.

„Somewhere in Brooklyn“ – Bruno Mars 2010
Ja, ein großer Zeitsprung. Aber es geht hier um die Songs, die wichtige Momente oder Phasen meines Lebens begleiteten und natürlich gab es Einige, die mich davor beeindruckt haben. Aber es gab nicht den EINEN Song, den ich mit meiner Unizeit verbinde, oder mit der unglaublichen Zeit mit meinen Freundinnen (gerade das wäre eher ein Musical und kann unmöglich in einen Song fließen). Nein, das ist ein Song den ich hörte, als ich nach Frankfurt zog, mein Liebesleben ein einziges Drama war und den ich für immer verbinde mit dem süßen Schmerz einer unerfüllten (oder zumindest anständig komplizierten) Liebe, viel Beton, vielen Menschen, einer glitzernden Skyline und dem Gefühl absolut allein auf eigenen Füßen stehen zu müssen . Zu dieser Zeit lief ich durch Frankfurt, hörte unendlich viel Musik, roch den kalten Beton und die Dämpfe aus den U-Bahnschächten, tat mir selbst wahnsinnig leid und fühlte mich dabei doch absolut erwachsen und mondän.

“Berlin” – Gary Go
“Why is there no one to help me find my way through… Seems everyones already started, while I don´t know where to begin!” Sommer in Frankfurt, der Asphalt flirrt, die Straßen voller Leben. Lautes Gelächter, glückliche Paare überall. Bei mir? Ich war sehr gern Single, das kann ich nicht verleugnen.
Aber irgendwann kam der Punkt, an dem meine Freunde einen Schritt nach vorn machten. Abschlüsse, Verlobungen, der erste Job, ja, sogar das erste Kind. Und plötzlich fühlte ich mich allein. Zurückgelassen in einer Zeit, die nur noch das graue Abziehbild von dem war, was ich gestern noch als frei und bunt empfunden hatte. War ich stehen geblieben? Und während ich so auf meinem Fensterbrett saß, kalten Rotwein trank und auf die glitzernde Stadt sah, beschrieben diese Worte genau das, was ich fühlte. Ich wollte mehr. Ich wollte weiter. Ich wollte nicht mehr allein sein und nicht mehr ungebunden. Ich wollte eine Zukunft! Mit jemandem!

 

 

“Wonderwall” – Oasis
Und dann kam er. Einfach so. Von heute auf morgen war er da! Wir hatten uns schon gesehen, aber nicht so richtig wahrgenommen. Und an einem warmen Frühlingsabend, traf ich mich mit Freunden im Restaurant. Und als er sich zu mir umdrehte und mich ansah, hallte sein Name in meinem Kopf nach und dieses Echo endete mit einem ! Ich flog an die Küste, wir blieben in Kontakt. Und am Abend meines Geburtstages schrieb ich ihm, ich würde auf eine BritPop Party gehen. Und seine Antwort war “Wenn sie da nicht Oasis spielen, ist es kein BritPop!” Und ich nahm mir vor – egal ob sie es tun oder nicht, ich würde ihm Nachts schreiben “Liebling, sie spielen unser Lied!” Im Morgengrauen machte ich mich auf den Weg nach Hause. Und spielte in der Kälte des neu erwachenden Morgens “Wonderwall” in Dauerschleife, und in mir war ganz warm. Am Tag unser Hochzeit spielte ein Freund es dann auf der Gitarre in der Kirche.

“Firefly” – Ed Sheeran
Jahre voll gemeinsamer Musik später, waren wir zu dritt. Das erste Jahr mit Baby, voller Höhen und Tiefen, an- und miteinander wachsen, streiten, lachen; verzweifelt und müde, zuversichtlich und glücklich sein. Und manchmal half eben auch alles Schaukeln und Kuscheln nichts. In dieser einen Phase, war es schier unmöglich dieses kleine Wesen zu beruhigen. Und an einem schönen Nachmittag fing ich an zu singen. Irgendwas, was mir gerade in den Kopf kam – Firefly. Große, erstaunte Babyaugen schauten mich an, die kleinen rosa Lippen verstummten. Ein Glucksen, ein Lächeln und er wurde ruhig, einfach so. Und als ich den Song das zweite Mal begann, schlief er ein. Seit diesem Tag singe ich ihn immer wieder. Zum schlafen braucht er ihn nicht mehr. Aber bei der ersten Note wird er noch immer ruhig!

 

“Don´t stop believin´” – Journey
Ein Lebensmotto, kein Song. Und mein absolutes Lieblingslied seit vielen, vielen Jahren. Dieser Song kann so viel. Die ersten Töne lassen mich lächeln, die erste Strophe spricht mit mir, die Worte nehmen mich in den Arm und ziehen mit mir raus in die Welt, flüstern mir zu “ALLES IST MÖGLICH! -WENN DU NUR WILLST!”. Hör niemals auf zu glauben, wird dann auch aus voller Kehle, mit tanzenden Füßen auf den Weg hinaus gesungen, der vor mir liegt!

 
Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl – wenn ich genug darüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch etliche ein! Welche Songs erzählen eure Geschichte? Vielleicht verratet ihr es mir hier oder auf Instagram mit dem Hashtag #meinlebenin10songs!?

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