Mee(h)r im Herzen
Süßes Leben

Down the Candy Cane Lane – weihnachtliche Pistazien Macarons

Das Leben sollte süß sein. Ehrlich, der Überzeugung bin ich aus den tiefsten Tiefen meines Süßspeisen liebenden Herzens.

Was wäre es denn, ohne den flüssig-warmen Kern eines Schokoladensoufflés? Ohne den sahnig-knusprigen Geschmack einer Baiserhaube?

Jetzt um die Weihnachtszeit kann ich mich ja kaum beherrschen und tanze Lippen- und Fingerschleckend durch Berge von feinen Plätzchen, Marzipanpralinen und göttlichen Deserts wie Creme Brulee oder heißem Beerencrumble mit Vanilleeis. Was mein Hintern dazu sagt ist mir erstmal herzlich egal, der darf sich dann ab dem 02. Januar wieder melden.

Das beste vom Besten sind für mich Macarons. Ehrlich – für die bin ich schon in an Hysterie grenzende Begeisterungsstürme ausgebrochen, lange bevor sie das fashionable Accessoire der Influencerfotos waren, das sie heute sind.

Schade auch, dass die zarten Dingerchen zwar so leicht wie ein zuckriges Lüftchen sind aber in etwa so viel kosten, wie eine vergoldete Kummuluswolke aus Sahne. Gut, das ist jetzt zwar arg bildsprachlich aber vielleicht versteht ihr trotzdem, was ich meine. Außerdem muss ich euch wohl nicht sagen, dass das Angebot hier nicht so wahnsinnig überwältigend ist und ich – obwohl großer Frankfurt-Fan – doch eher keine Lust habe, dafür extra in die City zu düsen. Zumal die lieblichen Kekslein schon den Heimweg nicht überleben würden und ich dann ja noch mal umdrehen müsste um… Lassen wir das. Ich denke das Dilemma ist klar.

Ihr könnt euch also nicht vorstellen wie verzückt ich war, als wir neulich den Backkurs im IImori gemacht haben, welcher mir die unglaubliche Superkraft verlieh, mein liebstes Gebäck SELBST ZU MACHEN!

Obwohl ich etwas Schiss hatte, denn sie sollen ja angeblich so schwer herzustellen sein, ist es mir gleich beim ersten Mal gelungen und ich schwebte im Himbeer-Buttercreme-Himmel. Ja, es ist sehr viel Zeitaufwand, das ist richtig. Aber der lohnt sich ungemein und die Herstellung an sich ist easy-peasy.

Jetzt zur Weihnachtszeit habe ich es mal mit meiner Lieblingssorte Pistazie ausprobiert und die Buttercreme durch Ganache ersetzt. Und da ja allein essen bekanntlich das ist, was dick macht, teile ich doch meine unendliche Weisheit und drölfzig Kalorien mit euch.

Bevor ich euch aber verrate, wie ihr so richtig angeben könnt: Was bei Macarons unglaublich wichtig ist, ist das exakte Abmessen der Zutaten. Ich bin ja generell eher ein Pi-Mal-Daumen-Backer, aber in diesem Fall verzeihen die kleinen Scheißerchen leider keine Fehler! Ihr gehypter Auftritt auf den Modeblogs dieser Welt, ist ihnen schnell zu Kopf gestiegen…

Allez!

Zutaten für ca. 80 Macaron-Schalen (ergo ca. 40 vollständige Macarons):

300g gemahlene Mandeln (am besten weiß wegen der Lebensmittelfarbe)

300g Puderzucker

100g ungeschlagenes Eiweiß

grüne Lebensmittelfarbe (bei Farbpulver etwa einen halben Teelöffel – gestrichen; natürlich mehr, wenn ihr es knalliger mögt)

120g Eiweiß (steif geschlagen)

300g Zucker

75g Wasser

Außerdem:

Ein Zuckerthermometer (!)

Ein feines Sieb

Idealerweise eine Küchenmaschine, geht aber auch mit dem Handmixer

Eine absurd große Schüssel (nicht die Fußbadschüssel des Mannes entwenden), denn zum Mischen braucht ihr ordentlich Platz.

 

Zunächst die Mandeln und den Puderzucker fein in die Schüssel sieben und mit der Lebensmittelfarbe und dem ungeschlagenen Eiweiß gut zu einer klebrig-zähen Masse vermischen. Hierfür habt ihr idealerweise einen Handspatel aus Silikon. Jegliche Plastikkarte aus dem Portemonnaie funktioniert aber auch hervorragend. Von der Visa rate ich unter Umständen ab, aber das mag ja jeder für sich entscheiden. Ich habe sowohl mit der Douglas-Kundenkarte, als auch mit der Starbucks-Bonus Card tolle Erfolge erzielt. 😉

Dann die 120g Eiweiß mit der Küchenmaschine steif schlagen und nebenbei den Zucker mit dem Wasser auf 117° Grad erhitzen (dafür – wer hätte es geahnt – das Zuckerthermometer). Wenn die Temperatur erreicht ist, den Zuckersirup vorsichtig zu dem Eiweiß gießen. Dazu natürlich die Küchenmaschine wieder laufen lassen sonst habt ihr nur eine traurige Pfütze süßen Eischneematsches anstelle eines fluffigen Berges glänzenden Neu-Eischnees.

!Nice to know! Diese Art der Zuckereischneezubereitung (uff, was ein Wort) hat ein paar tolle Vorteile. Zunächst mal gelten Eier, die mit einer Hitze ab 60° Grad auf irgendeine Art und Weise betüddelt werden als gekocht. Das heißt dieser Eischnee kann so wie er ist genascht werden, oder aber als Marsmellow-Toping für anderes Gebäck einfach mit einem Küchenbunsenrenner ein wenig flambiert werden! Zum Zweiten erübrigt es sich, so lang schlagen zu müssen, bis die Zuckerkörnchen aufgelöst sind denn der Sirup ist das natürlich bereits.

Im Anschluss kommt die Knochenarbeit. Der Zuckerschneeberg muss unter die Mandelmasse gehoben werden. Homogen bitte. Ihr könnt dafür auch einen Schneebesen verwenden oder einen Handmixer. Ich empfehle aber Muskelkraft und besagte Douglas-Card, denn dann habt ihr ein besseres Gefühl für die Konsistenz.

Diese sollte nämlich so flüssig sein, dass sie leicht vom Teigschaber fließt, aber nicht so, dass man sie als Mandel-Zucker Suppe verkaufen könnte. Sagte ich schon, dass Macarons echte Diven sind…?

Wenn das so weit ist, die Masse in einen möglichst großen Spritzbeutel füllen und mit einer ca 1,5 cm Durchmesser Tülle Kreise aufs Backpapier spritzen, die in etwa die Größe eines alten 5 DM Stückes haben. Wer nicht mehr weiß wie groß das war, weil er sich um Geld noch nicht scheren musste als es die noch gab (oder gar gerade erst geboren war) – ich hasse euch ihr jungen Hüpfer! Diejenigen, die wegen nachlassender Gedächtnisleistung aufgrund ihres hohen Alters vergessen haben wie groß die Heiermänner waren, der googele das bitte! 🙂 Zwischen den Klecksen so ca. 20 cm Platz lassen. Sie gehen etwas auf, aber nicht sehr viel.

Das volle Blech dann für 8 Minuten in den auf 150° Grad (Umluft) vorgeheizten Ofen stecken, nach diesen 8 Minuten die Temperatur auf 130° Grad runter drehen, den kleinen Prinzessinnen ein wenig Luft zufächeln (Ofentür kurz auf) und dann weitere 10 Minuten fertig backen. Hier liegt es ein bisschen am Ofen. Nach den 10 Minuten einfach testen, ob sich die Macaronhälften leicht und ohne große Rückstände (ein bisschen ist normal) vom Papier lösen lassen, dann sind sie fertig. Bitte nach nur leichtem Abkühlen noch warm ablösen und auf den Rücken drehen. Wenn ihr sie auf den “Füßchen” stehend abkühlen lasst, brechen sie euch später kaputt.

Die Macaronschalen sind nun fertig zum befüllen. Sie können übrigens ungefüllt auch super eingefroren werden.

 

 

Zutaten für die Pistazien Ganache (auf die Menge da oben gerechnet):

300g weiße Schokolade

150g Sahne

6-8 EL Pistaziencreme (gibt es online, der Brotaufstrich von REWE Feine Welt eignet sich aber auch)

ein paar Tropfen Bittermandelaroma, je nach Geschmack

 

Alle Zutaten (bis auf das Aroma) in einem Topf zu einer Masse schmelzen lassen, kurz aufkochen.

Dann abkühlen lassen und mit einem Handmixer aufschlagen, bis sie sich von dunkel zu pastellgrün verfärbt und etwas fluffig ist. Dabei das Bittermandelaroma unterschlagen.

Spritzbeutel befüllen, auf eine Macaronhälfte eine etwas kleiner als Walnussmenge spritzen, zweite Macaronhälfte als Deckel drauf – fedsch! 🙂

 

Der Abschluss war jetzt arg unspektakulär? Ist er auch, weil nun mal doch nicht so schwer wie man denkt und in der Pâtisserie bezahlen muss.

Damit die hübschen Dinger ein wenig weihnachtlich glänzen, habe ich zerstörte Candy Canes draufgestreut, gleich nachdem sie aus dem Ofen kamen (NIEMALS vor dem backen drauf streuen, dann sehen die hübschen Kekse aus, wie zerklüftete Zuckervulkane), dann bappen die ausreichend fest. Zum Schluss noch ein bisschen essbarer Glitzer und schon habt ihr ein kleine Kostbarkeiten zum verschenken, angeben oder zum ganz allein behalten (zumindest für die 30 Minuten, die sie überleben).

So, ich hoffe, das war einigermaßen verständlich und vielleicht macht es ja der eine oder andere Mal nach.  Ich würde mich freuen, das dann auf Instagram zu sehen 🙂

Habt ein schönes zweites Adventswochenende!

 

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