Mee(h)r im Herzen
Gedanken

Fünf Fragen am Fünften – Januar

Das neue Jahr hat begonnen und hält ausnahmsweise direkt mal, was so ein Jahresanfang in der Regel verspricht. Eine Menge neue Dinge, viel um die Ohren und die eine oder andere Entscheidung von der ich gar nicht erwartet hatte, sie zu treffen.

Alles zusammen führt dazu, dass ich leider sowohl auf Instagram, als auch hier weniger aktiv bin. Das ist nervig, aber im Moment nicht zu ändern. Darum bin ich aber um so frohererer, dass die liebe Nic eine so tolle Idee für ihr Blogjahr hatte und uns daran partizipieren lässt. Zack, ein Post im Monat for free quasi! Sehr schön, bin ich dabei.

Die „ 5 Fragen am Fünften“ stellen außerdem eine fabulöse Möglichkeit dar, dass ihr mich besser kennen lernen könnt, ohne das ewig gleiche Geschwafel ertragen zu müssen. Die Fragen sind nämlich in der Regel eher ungewöhnlicher Natur und bieten Raum zum Nachdenken, aber auch für eine gehörige Portion Quark! 🙂

Hier kommen sie also, die ersten #5fa5 – und dann auch bald ganz sicher wieder mehr Geblogge, Geschreibe und Fotos, nur von mir.

 

1. Wann hast du das letzte Mal einen verrückten Traum gehabt?

Immer – jede Nacht. Es sei denn, ich bin einen 5000er hoch und runter gestiefelt und habe im Anschluss noch ne Runde auf dem Laufband hinter mich gebracht. Ich träume wirklich immer. Laut und bunt und verrückt. Sehr intensiv und manchmal äußerst schrecklich und gruselig. Früher bin ich jede Nacht geflogen, habe mich vom Boden abgestoßen und mich, interessanterweise mit Schwimmbewegungen, in die Höhe geschraubt. Das tue ich noch immer sehr häufig, aber es ist leider weniger geworden. Ich weine und lache im Schlaf, weil meine Träume so real sind. Es sind immer Geschichten, nie nur Sequenzen. Ich führe Dialoge, erlebe richtige Abenteuer. Traumtypisch natürlich ohne Anfang oder Ende, aber immer eine vollständige Story mit meistens nachvollziehbarer Handlung (wenn auch mit bescheuerten oder gar tolkienschen Inhalten). Und das Tollste – ich erinnere mich an alles. Es kommt vor, dass es im Laufe des Tages verblasst, aber ich vergesse selten etwas. Ich kann mich an einen Traum erinnern den ich hatte,  als ich ungefähr acht war. In diesem enterte ich zusammen mit Robin Hood (dem Fuchs aus dem Disney Film, nicht mit Kevin Costner und seiner Föhnfrisur) ein Piratenschiff. Den Traum fand ich so cool und spannend, dass ich unbedingt wissen wollte, wie er ausgeht. Aber leider wurde ich unterbrochen. Nachdem ich wach wurde malte ich davon ein Bild um nicht zu vergessen, an welcher Stelle ich wach geworden war. Ich hatte Lippels Traum von Paul Maar gelesen und nahm mir vor, wie in dem Buch, am Abend weiter zu träumen. Das hat natürlich nicht funktioniert. Ich war auf Reisen in allen Winkeln der Welt, flog über Wälder und erkundete verwunschene Orte. Ich träumte schon von einem Kampf gegen Vampire, ganz Buffy like als Kind der 90er. Vor Kurzem erkannte ich, dass der Kopflose Reiter aus Sleepy Hollow eigentlich ein ganz netter, völlig unverstandener “Mensch” ist, der sich nur einsam fühlt und btw unverschämt attraktiv ist. Und ganz hingerissen von diesem Charmeur versuchte ich dann, á la Belle, den herzensguten Wiedergänger  vor dem Lynchmob zu retten. Ein paar Nächte später bekam ich von meiner ehemaligen Friseurin aus Kiel eine Zuckerwatteblondierung in ihrem neuen Salon. Dieser lag mitten in einem Park in einer großen Stadt, unter freiem Himmel und machte der Vorstellung vom Paradies mit verzauberten Gartenteichen, unbekannten Blumen und umhertanzenden Nymphen absolut Konkurrenz.

Ihr merkt also – mein Schlaf ist besser als Netflix, was auch ein Grund dafür ist, dass ich es so gern tue. Ich würde mich wahnsinnig gern mal näher mit luzidem träumen beschäftigen. Meine abgedrehten Trips auch noch steuern zu können, wäre der Hammer. Vielleicht eines Tages.

 

2. Bist du heute so, wie du es dir mit 16 vorgestellt hast?

Ich weiß gar nicht genau, was ich mir mit 16 so vorgestellt hatte. Vermutlich, dass ich mit 33 schon graue Haare und Falten habe 😊. Ich bin mir gar nicht sicher, ob man jemals wirklich so sein kann, wie man es sich vorstellt. Ich weiß gar nicht ob man sich darüber überhaupt realistische Vorstellungen machen kann, können diese doch durch jede noch so kleine Veränderung komplett verschoben werden. Ich glaube Sein und Vorstellungen sind etwas sehr Fließendes. Vermutlich stellte ich mir mein zukünftiges Leben schon mit 17 anders vor, als ein Jahr zuvor mit 16. Das wir mit 30 nicht so sind, wie wir es uns mit 16 vorstellen, ist außerdem vermutlich in 90% der Fälle eher ein Segen. Was das Gefühl angeht kann ich nur sagen. So richtig anders im Herzen, fühle ich mich nicht. Ein bisschen vielleicht, aber im Endeffekt war ich mit 16 ebenso ich, wie ich es heute bin.

 

 

3. Gibt es etwas, dass du am alt werden richtig gut findest?

Nun, vor nicht allzu langer Zeit hätte die Antwort auf diese Frage mit Sicherheit „Nein“ gelautet. Ich vermute leider recht stark, dass ich zu den Menschen gehöre die mit dem alt werden eher Probleme haben. Nicht im Sinne von „Ich fang dann jetzt mal mit Botox an und färbe mir ne Ponysträhne blau!“. Mit meinem Körper und meinem Aussehen hatte ich nie besonders viele Issues. Es ist bei mir eher so, dass ich glaube das Jungsein zu vermissen, das mehr Zukunft als Vergangenheit hat. Das, bei dem man für keinen noch so crazy Gedanken schief angeguckt wurde und keine Sätze fallen wie „Solltest du nicht langsam mal lernen/machen/haben/planen/wissen…“. Das Jungsein, das synonym für „ungebunden“ steht.

Ich will hier keine Missverständnisse aufkommen lassen. Ich MÖCHTE natürlich alt werden. „Die Besten sterben jung!“, kann ich so nicht unterschreiben, Kurt, Paul und Heath  hin oder her. Aber das die besten Jahre eigentlich immer das sind, was wir selber daraus machen, versteht mein für immer 20jähriges Ich nicht so recht.

ABER – und es gibt ein aber – seit einiger Zeit, vielleicht so einem halben bis einem Jahr, habe ich den leisen Verdacht, dass es schon seine Berechtigung hat zu sagen, gewisse Dinge werden mit den Jahren besser. Carrie sagte einmal „Die Zwanziger sind zum genießen da, in den Dreißigern lernst du deine Lektionen und in den Vierzigern… zahlst du für die Drinks!“. Ich glaube, da ist sehr viel Wahres dran. Mein erstes Dreißigerjahr verbrachte ich damit, in die Mamarolle rein zu wachsen. Das Zweite – also 2017 – war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Es haben sich Dinge in meinem Kopf und in meinem Bauch getan, mit denen ich nicht gerechnet hätte (der Bauch ist hier bitte metaphorisch zu verstehen). Dinge, die ich eigentlich meine gesamten Zwanziger mehr oder weniger gejagt habe, nur um jetzt fest zu stellen, dass sie mir in den Schoß gefallen sind. Ich habe gerade das Gefühl, dass sich mein Leben zu dem formt, was es sein soll. Nennen wir das Kind beim Namen. Durch das Schreiben im letzten Jahr und vor allem durch die Weihnachtsgeschichte ist mir noch deutlicher geworden, was mir liegt und was ich mit meinem Leben anfangen will. Das ist wunderbar. Wenn man das Ziel schon sehen kann ist es irgendwie egal, wie lang der Weg noch ist. Ich habe das Gefühl, dass ich langsam lerne, mehr Mut zu haben, Entscheidungen besser treffen zu können und noch mehr Vertrauen in das Leben zu haben. Natürlich heißt das nicht, dass es mir nicht jederzeit eine Ohrfeige verpassen kann. Aber ich kann noch besser darauf vertrauen, dass es schon so sein wird wie es sein soll. Dass vieles von dem “getrieben Sein” der Zwanziger so langsam dieser Gewissheit weicht, ist irgendwie schön.

 

4. Welcher Geruch verursacht bei dir Kindheitserinnerungen?

Oh – da gibt es einige. Salzige Meerluft natürlich. Eine frisch geöffnete Tüte Puffreis (das darf ich übrigens gerade erneut sehr oft schnuppern. Ben ist auf den Geschmack gekommen.), Kytta Plasma Balsam, den ich immer bei Halsschmerzen von meiner Mama aufgepinselt bekam. Der nach Lavendelduftsäckchen und Pelzmänteln (Pfui Oma 😊) im Flurschrank der Berliner Wohnung meiner Großeltern, in dem ich immer geschlafen habe, wenn ich zu Besuch war. Hört sich komisch an, aber das Ding war groß genug für eine Matratze und mich. Fehlte nur noch der Brief aus Hogwarts 😊, aber der muss wohl irgendwo in Neukölln ähm… verloren gegangen sein.

Aber der eine Geruch der wohl raus sticht, ist der nach frisch gebackenem Marmorkuchen. Meine Mama müsst ihr wissen ist nämlich – anders als ich – keine besonders leidenschaftliche Bäckerin. Sie macht es halt. Aber was für mich Entspannung und große Freude ist, macht sie eher aus Pflichtbewusstsein. Ich glaube, es kommt selten bis nie vor, dass meine Mama Sonntag morgens sagt „Heut hab ich so richtig Bock mal Red Velvet Cupcakes zu backen!“ 😊

Wenn es also Marmorkuchen gab – der übrigens vorzüglich schmeckt wenn sie ihn dann mal macht – war immer etwas Besonderes in Sicht. Geburtstage, Ostern oder ein anderes außergewöhnliches Ereignis. Jeder kribbelige Geburtstagsmorgen begann mit dem Duft nach Kuchen, aus dem heißen Ofen.

 

5. Welche übernatürliche Superkraft hättest du gern?

Das ist eine gute Frage, die ich ziemlich eindeutig und kurz beantworten kann. Fliegen! Das erklärt sich glaub ich auch von allein. Hoppla – ob ich wohl jemals auf eine Frage eine so kurze Antwort gegeben habe?

 

Das waren die 5 Fragen am Fünften für den Januar. Liebe Nic, das ist eine schöne Sache und habe bestimmt nicht zum letzten Mal mitgemacht. Es ist tatsächlich sehr angenehm, mal über Fragen nachzudenken, die einem sonst eher nicht so in den Kopf kommen.

Wenn ihr auch Lust habt, schaut doch mal vorbei bei luziapimpinella.de  bis zum 4. Februar ist ihr LinkUp noch offen! Außerdem gibt es auch eine Version für Nicht-Blogger 😊

Bis ganz bald ihr Hübschen!

Nimm das Leben nicht so ernst – es ist eh nicht von Dauer!

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2 Comments

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    16. Januar 2018 at 18:37

    Wie schön, dass du dabei bist. Ich wusste dass deine Antworten verdammt spannend werden würden.

    Nun Christopher Walken gehört für mich nicht unbedingt zu den Männerschönheiten, aber sympathisch ist er ganz bestimmt… vielleicht also auch der kopflose Reiter. Haha.

    ZITAT: “Das wir mit 30 nicht so sind, wie wir es uns mit 16 vorstellen, ist außerdem vermutlich in 90% der Fälle eher ein Segen” Das unterschreibe ich… und es gilt auch für 40 und 50. Was ein Glück. 😉

    Und ich finde deine 3 unglaublich interessant, weil ich ähnliche Gedanken auch mal hatte. Aber die ändern sich eben…

    Liebe Grüße
    Nic

    P.S. Ich hoffe, du bist im Februar wieder dabei. Die Fragen sind auch schon online…;)

    • Reply
      Verena Selck
      4. Februar 2018 at 22:18

      Ach du gute Güte,

      so lang war ich nicht auf dem Blog, dass ich deinen Kommentar nicht mal gesehen habe! Sorry liebe Nic. 😉 Der neue Job ist doch zeitfressender, als ich dachte. Oder die Umstellung.

      Hehe – ich finde Christopher Walken auch eher so semi-attraktiv. Dann doch lieber den aus der Fernsehserie. Der geht glaub ich klar. Aber – er hat ja eh kein Gesicht. Irgendwas ist ja immer 🙂

      Jaaaaa – das älter werden! Nun – ich hoffe, diese Entwicklung setzt sich fort. 🙂

      Klar bin ich dabei. Ich habe zwar bisher noch kein Wort geschrieben, aber das kann ich ja morgen noch ganze 24 Stunden lang tun. Und sonst eben einen Tag später nech…

      Hab einen guten Start in die Woche!

      Liebste Grüße
      Verena

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