Mee(h)r im Herzen
Gedanken

Fünf Fragen am Fünften – März

Kinners, da ist auch schon wieder März. Die Zeit bleibt nicht stehen. Den letzten Monat Fünf Fragen am Fünften by Nic, habe ich leider verpennt. Aber gut, so ist das Leben. Diesen Monat bin ich wieder dabei und habe wieder zwei, drei Sätze zu den März-Fragen gefunden. Oder auch ein paar mehr… Here we go, dies Mal sogar pünktlich:

 

1. Wenn du ein Gericht zum Essen wärst, was wärst du dann?

Ich wollte etwas wählen wie „irgendwas italienisches, Einfaches. Denn oft im Leben ist ja das Einfache das Beste…“. Aber zum einen gab es heut bei mir nur ne Stulle und keine Spaghetti, darum habe ich da kein Foto und zum zweiten ist das auch schlicht gelogen. Ich bin kein einfacher Mensch! Ich bin kompliziert und zickig, rechthaberisch und egoistisch, störrisch und wankelmütig.

Ich bin auch lieb und süß und ich glaube ich habe ein recht gutes Herz. Aber einfach Kinder – einfach ist was anderes. Darum habe ich mich entschieden ein Cupcake zu sein. So! Zum einen habe ich gestern ein paar hübsche Exemplare davon eingekauft und die sind einfach absolut fotogen, zum zweiten entsprechen sie mir mehr und backen tu ich ja auch ein bisschen gern. Ihr seht, Understatement liegt mir auch – manchmal. Cupcakes sind süß, sie schmecken eigentlich jedem und sie machen sich gern fein zurecht. Sie schätzen schöne Dinge, eine anständig platzierte Buttercremehaube und ein paar fancy Sprinkles (Streusel sagt man nicht mehr, hab ich gehört). Aber sie sind anspruchsvoll. Bis sie all ihre liebenswerten Seiten enthüllen und das gewünschte Endergebnis erreicht ist, benötigt es ein bisschen Arbeit. Sie mögen nicht herumgeschubst werden, schätzen es, wenn man sie anständig behandelt und sie sich wohlfühlen. Nicht draußen bei minus 12 Grad aber bitte auch nicht vor der Fußheizung während des Transports im Auto (Wer macht denn sowas? Ist das etwa schon mal jemandem passiert? Also, mir nicht!). Sie mögen gern die Aufmerksamkeit der Leute, für die sie gemacht wurden. Sie hören gern, wie toll sie sind und wie bezaubernd sie aussehen. Sie flirten gern mit den Menschen und sehen verlockend aus, sie machen sich gern Freunde und genießen Applaus. Dann ist aber auch gut, sie sind ja da um gegessen zu werden und nicht um bis zur Ranzigkeit im Scheinwerferlicht zu stehen (es fühlt sich jetzt bitte niemand aufgerufen, mich anzuknabbern und nein, das ist auch keine Metapher für Sex). Wenn jemand zu viel in sich reinstopft oder ihre Einzigartigkeit nicht zu schätzen weiß, verderben sie demjenigen auch mal den Magen, da kennen Cupcakes nix. Sie sind solide und bodenständig und im Kern (nämlich dem Kuchen an sich) recht umgänglich und einfach zu handeln. Den Schmuck, und das ganze Schnickeldings mögen sie sehr, aber sie wissen, auch ohne schmecken sie wunderbar. Und am Ende des Tages freuen sie sich, wenn sie hören „Ja, sie sind aufwendig, verlangen Hingabe und schlagen mit ein paar mehr Kalorien zu buche – aber sie waren es auch wert!“ Solchen Leuten, bereiten sie dann ganz besonders viel Freude und sind für sie extra süß.

 Ich hoffe, die Vermenschlichung von Gebäck hat euch nicht allzu sehr verstört. Dann die nächste Frage…

 

2. Welches Buch oder welche Bücher liebst du so sehr, dass die es / sie mehr als einmal gelesen hast?

Oh, das ist leicht. „Das Lächeln der Fortuna“ von Rebecca Gablé. Ein historischer Roman mit über 1000 Seiten. Ein brutal langer Schinken, dessen Handlung (im ausgehenden 14 Jahrhundert) sich über Jahrzehnte zieht. Begonnen habe ich das Buch das erste Mal 2006 in Irland. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und habe beinahe mehr gelesen, als mir die grüne Insel anzuschauen. Vielleicht hat die Umgebung natürlich auch zu dem Zauber beigetragen, aber ich habe seitdem kein Buch gelesen, das mich mehr fesselt.

Ich habe es bisher glaube ich an die 8 Mal gelesen, bekomme noch immer an den selben Stellen Herzklopfen, Schweißausbrüche und weine über jeden Verlust, als müsste ich ihn das erste Mal durchleiden, lache über die immer gleichen lustigen Sprüche (ja, auch im Mittelalter gab es schon Humor, man mag es nicht glauben). Ließt man ein Buch noch einmal, überblättert man ja in der Regel einige Passagen oder überließt ein paar Sätze. Nicht so hier. Jedes Mal lese ich gewissenhaft jedes einzelne Wort, als lernte ich es eben erst kennen. Ich liebe einfach alles an dem Buch. Die Sprache, das Setting (mit England hat man mich ja sowieso IMMER), die detailliert gezeichneten Charaktere, die zwischenmenschlichen Dramen und Emotionen und natürlich den Protagonisten. Zu wissen, dass es einen Mann wie Robin im Mittelalter vermutlich eher nicht gegeben hat, macht ihn nicht weniger attraktiv und liebenswert. Der Herr hält nämlich sehr viel von Gleichberechtigung, Hygiene und beinahe lächerlich viel von Gemüse, sehr wenig von Klassenunterschieden obwohl von adeliger Herkunft, ist edelmütig, selbstlos und gefühlvoll dabei aber nicht weichgespült, witzig, charmant, mutig und nicht zu vergessen unverschämt attraktiv und ne Granate im Bett – is ja klar. Außerdem hat er eine besondere Gabe, aber das verrate ich hier jetzt nicht. Natürlich braucht man für das Buch Durchhaltevermögen und es ließt sich nicht an einem verregneten Nachmittag. Aber es ist einfach großartig und wurde bereits um vier Bände erweitert (Robins Sohn, Enkel, Urenkel und Ururenkel). Obwohl die Geschichte an sich fiktional ist, ist das Drumherum äußerst gut recherchiert und behandelt diverse tatsächliche Begebenheiten.

Wie oft ich es noch lesen werde, weiß ich nicht! Aber das Leben ist (hoffentlich) lang und dieses Buch wird einfach niemals langweilig.

Harry hab ich natürlich auch schon diverse Male vorwärts und rückwärts und kreuz und quer durch, aber das verwundert ja kaum jemanden und Leute, die noch nie einen Potter gelesen haben, finde ich generell merkwürdig! Sorry!!!

 

3. Entschuldigst du dich zu oft?

Muahahaha – DAS war mal ne Überleitung wa? Irre! Aber um die Frage zu beantworten:Nein. Ich mache zwar sehr oft Dinge oder quatsche Blödsinn, für den ich mich entschuldigen müsste und wenn es angebracht ist, tu ich das in der Regel auch, da gebe ich wenig auf meinen Stolz. Aber diese Ami-Mentalität (no offense), bei der MIR jemand in die Hacken latscht und ICH mich dann dafür entschuldige – nein, die kenne ich nicht. Ich gehe in der Regel eher davon aus, dass das was ich tue schon irgendwie richtig ist. Und wenn sich dann rausstellt, dass es das doch nicht ist, dann habe ich meistens keine Hemmungen, das auch einzugestehen. Ich bin Einzelkind, dementsprechend selbstzentriert und von meiner Unfehlbarkeit in der Regel überzeugt und halte – auf eine im Großen und Ganzen gesunde Art und Weise – recht viel von mir. 😊 An dieser Stelle atmen all meine engen Freunde erleichtert auf, weil ich endlich zugebe, dass ich mich doch verzogen verhalte, obwohl ich geneigt bin, das Gegenteil zu behaupten. Tut mir leid, dass das so lang gedauert hat Leute 😉

 

4.  Wann und über was hast du das letzte Mal laut gejubelt?

Als Mutter eines Kleinkindes, habe ich des Öfteren Grund für Jubel. Wenn er ohne viel Aufhebens eingeschlafen ist zum Beispiel – aber dann fällt die Freude aus gegebenen Umständen eher still aus. Wenn er endlich mal das Töpfchen und nicht die Windel benutzt hat für die unappetitlichere Variante der Ausscheidungen (entschuldigt das Fäkalthema, Mütter haben da nicht mehr so die Hemmschwelle). Aber auch dann halte ich lauten Jubel für eher unangebracht, auch wenn es mich noch so sehr danach verlangt. Mein Kind soll ja nicht denken, ich hätte sie nicht mehr alle, weil ich Kacke bejubele. Oder noch schlimmer, er versteht es am Ende als Auszeichnung und erwartet zukünftig Lobhudelei bei jedem Toilettengang. Männer sind dahingehend ja eh schon merkwürdig genug, da muss er sich nicht auch noch angewöhnen, für Digestion Applaus zu verlangen.

Eigentlich aber, habe ich jeden Tag Grund zum Jubeln, denn ich darf in einem warmen Bett schlafen, drei Mal am Tag essen, oder sogar öfter, wenn es mich danach verlangt – crazy – muss nur den Wasserhahn aufdrehen, wenn ich Durst habe (DAS wäre in der Tat mal Grund zum jubeln, wenn man es genau bedenkt), bin gesund, habe einen Job und einen liebenden Mann, ein gesundes, bezauberndes Nervbündel und konnte gerade ernsthaft vier Euro für Zahnpasta mit Vitamin B12 ausgeben, da ich nämlich außerdem noch den Luxus habe, mir über meine Ernährungsform Gedanken zu machen UND mich dann entsprechend für eine zu entscheiden. Nein, ich ernähre mich nicht von Zahnpasta, aber vorwiegend vegan und wer mag kann an dieser Stelle B12 und vegan googeln und dann ergibt sich der Zusammenhang. Anyway – verrücktes Leben, das ich führe mit allemal ausreichend Gründen zu jubeln. Aber genug der versteckten Moralpredigt – subtil kann ich voll – so richtig gejubelt habe ich am Montag vor zwei Wochen auf dem Konzert von Milky Chance, das ungelogen eines der besten war, denen ich jemals beiwohnen durfte. Wenn Musiker so sehr in dem aufgehen, was sie tun, dass man es bis auf die oberen Ränge spürt, dann haben sie alles richtiggemacht und jeden Erfolg verdient. Absolute Empfehlung!

 

5. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wo würde deine nächste Reise hingehen und wie würde sie aussehen?

Ooooohhh – das ist doch ne Fangfrage. Ehrlich! Da kann ich mich unmöglich entscheiden. Was Lacostet die Welt also? Sorry, der war schlecht (ich sag ja, wenn es angebracht ist, entschuldige ich mich schon 😊).

Nun, ich habe natürlich eine Reisebucketlist und vermutlich würde ich mich für einen der Trips darauf entscheiden.

Da wäre zum Beispiel Südafrika und ein paar Wochen lang gemütlich die Garden Route entlang zu tingeln. Aber das kann ich mir auch so gerade noch leisten, dafür brauche ich kein unbeschränktes Budget.

Dann wäre da noch ein weiteres Mal Hawai´i. Diese Inseln haben mich in unseren Flitterwochen so verzaubert. Ich liebe einfach die Orte auf der Welt die mir verdeutlichen, wie klein und unbedeutend ich bin und wie gewaltig, wunderschön und absolut erhaben die Natur ist und der Planet, auf dem wir zu Hause sein dürfen. Das sollte jeder einfach hin und wieder fühlen. Ich brauche keine Luxusreise, keine künstlich angelegten Lagunen oder Hotels in denen die Klobürsten vergoldet sind und das Glas Wasser einen Kleinwagen kostet, weil es vorher schon mal von ner heiligen Kamelstute getrunken und dann wiederaufbereitet wurde oder solche Späße. Ich möchte Orte, bei denen mir vor lauter (natürlicher!) Schönheit die Tränen in die Augen schießen und ich am liebsten dankbar auf die Knie sinken möchte, vor Ehrfurcht und Glück.  Kaua´i war so ein Ort und ich würde gern eines Tages dahin zurückkehren, dann mit mehr als 10 Tagen Zeit. Leider ist das Paradies nicht gerade erschwinglich, aber absolut jeden Cent wert.

Ich könnte mir ebenso vorstellen, mir mal für drei, vier Wochen in London ein richtig schickes Apartment zu mieten und eine kurze Zeit so zu tun, als würde ich in der Stadt leben, der mein Herz gehört und in die ich absolut und rettungslos so verliebt bin, wie in keine andere. Aber das wäre ja dann nicht Urlaub, sondern irgendwie – zu Hause sein.

Entscheiden würde ich mich aber vermutlich für die Lofoten. Für irgendein bezauberndes Fischerdorf im höchsten Norden. Nur der Wind und ein paar Möwen, ein knisterndes Kaminfeuer, das sich in einer mit Eisblumen überzogenen Fensterscheibe spiegelt. Ausflüge durch endloses Weiß auf dem Rentierschlitten, Wolken von verwehtem Schnee über den schroffen Gipfeln und dann einer meiner größten Wünsche überhaupt – das Nordlicht sehen. Ich glaube sollte ich jemals dieses tanzende Wunder aus Atomen und Sonnenwind erblicken, wird das einer der schönsten und unvergesslichsten Tage in meinem Leben. Dann wird das auch was mit Tränen und Kniefall.

Also – lange Rede, (sorry 😊), kurzer Sinn: Die Lofoten. Aber hey, Geld spielt ja keine Rolle, vielleicht lässt sich daraus ja ein schöner „Long way round“ basteln.

 

So, das waren ja wieder tolle Fragen. Die mich zurück lassen mit abartigem Heißhunger auf Cupcakes und übelstem Fernweh. Vielleicht sollte ich zur Ablenkung mal wieder ein gewisses Buch lesen!? Aber erst einmal muss ich jetzt laut darüber jubeln, dass ich es endlich mal wieder geschafft habe zu bloggen. First things first – sorry! 😉

 

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6 Comments

  • Reply
    Hannah
    6. März 2018 at 22:37

    Das ist ja witzig. Da klicke ich bei Nic in der Linkliste zu den “Fünf Fragen am Fünften” einfach mal wahllos auf irgendeinen Link, lande hier bei dir und stelle fest, dass wir dasselbe Lieblingsbuch teilen. Ich liebe, liebe, liebe das “Lächeln der Fortuna” und Rebecca Gablé und habe nicht nur diesen, sondern auch alle weiteren Waringham-Bände schon unzählige Male gelesen. Und mir geht es genau wie dir: Jedes Mal, obwohl ich manche Szenen eigentlich schon auswendig rezitieren können müsste, packt mich die Geschichte wieder genauso wie beim ersten Mal. Gleich auf den ersten Seiten springt mein Kopfkino wieder an, das mit jedem Mal Lesen detaillierter wird, und so sehe ich mittlerweile alle Personen, Orte, Ereignisse fast wie in einem Film vor mir. Ich finde es faszinierend – und hoffe, es folgen noch viele weitere Bücher von ihr.
    (Und ja klar, Harry taucht in meiner Liste natürlich auch auf).
    Viele Grüße,
    Hannah

  • Reply
    Esther (ateliergraechbodi.ch)
    10. März 2018 at 10:45

    Liebe Verena

    Deine Antworten und Fotos sind sehr sympahtisch. Ich gehöre leider … 🙁 zu den Menschen, die sich zu oft und für Nichtigkeiten entschuldigen.

    herzliche Grüsse
    Esther

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    12. März 2018 at 8:27

    Ich kann mir ehrlich gesagt schwer vorstellen, dass du ein Cupcake bist, denn ich mag Cupcakes überhaupt gar nicht – egal wie viele fäncy sprinkles da drauf sind und würde man mir einen vor die Nase stelle, würde ich mich null für ihn interessieren.

    Also kann das schon mal nicht stimmen. 😉

    Liebe Grüße
    Nic

    • Reply
      Verena Selck
      15. März 2018 at 14:43

      🤣 Wer weiß!? Vielleicht hast du Recht! Vielleicht bin ich auch ne Käsestulle…

      Oder aber ich muss dich von Cupcakes überzeugen… 😜

      Das macht so Spaß Nic!
      Liebste Grüße
      Verena

  • Reply
    Laura
    15. März 2018 at 12:31

    Liebe Verena,

    was für ein schöner Blog! Auch wir sind letzten Sommer nach Frankfurt gezogen und hey, ich finde es gar nicht so schlecht ) Falls Du ein paar Tipps brauchst für gemütliche Cafés oder wo man die besten Schokocroissants bekommt – sag Bescheid!

    Viele Grüsse
    Laura

    • Reply
      Verena Selck
      15. März 2018 at 14:44

      Vielen lieben Dank liebe Laura, das freut mich sehr!

      Ich mag Frankfurt ja auch sehr gern! ❤️
      Wo kommst du denn ursprünglich her?

      Liebe Grüße
      Verena

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