Mee(h)r im Herzen
Gedanken & Geschichten

Fünf Fragen am Fünften – November

Es ist November. Schon wieder, dabei hat das Jahr gefühlt doch gerade erst begonnen. Es ist jedes Jahr die gleiche Leier, ich weiß. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass die Zeit mit jedem Jahr und jedem grauen Haar exponentiell schneller vergeht. Wie lang ein Jahr als Kind dauerte… Und nun ist es also schon wieder November. Seit drei Wochen höre ich heimlich Weihnachtsmusik und muss mich arg zusammenreißen, Kevin nicht zum ersten Mal anzuschmeißen.

Nicht nur habe ich schon extrem Bock auf Lichterketten und Wham! (wobei ich mich da noch zurück halte, auch meine saisonalen Entgleisungen, haben ihre Grenzen), ich merke auch, dass ich einige Dinge plötzlich mehr im Fokus habe. Das Jahr geht zu Ende und auch wenn der 01.01.2019 dann nur ein weiterer Tag sein wird, habe ich das Gefühl, ein paar Sachen müssen noch dringend erledigt werden. Dazu gehört definitiv auch, die letzten beiden Monate von Fünf Fragen am Fünften mit zu machen, was ich die letzten Monate viel zu sehr habe schleifen lassen. Und ich bin auch drei Tage zu spät – ja, ich weiß. Ist halt so…

Hier also die Novemberversion von Nics 5fa5 – ich finde übrigens, du solltest das beibehalten liebe Nic.

 Also – das vorletzte Mal dieses Jahr:

 1.       Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich da etwas schlamperig geworden bin, seit Ben da ist. Ich versuche, morgens im Bad die Nachrichten zu erwischen und dann beim ersten Kaffee auf Spiegel.de zu lesen. Den Tag über ist bei mir eher die PawPatrol, PJ Masks oder Feuerwehrmann Sam angesagt. Letzterer überrascht dabei mit ständig neuer Dummheit eines Mitglieds von Pontypandy, die allesamt nicht überlebensfähig scheinen, hätten sie ihren Klugscheißerfeuerwehrmann nicht da, der es sich nie nehmen lässt, stets vor Rettung noch mit dem erhobenen Zeigefinger zu wackeln. So habe ich also pünktlich zu den 20.00 Uhr Nachrichten bereits den Glauben in die Menschheit verloren, was dann durch die Schlagzeilen oft nur untermauert wird.

Aber, nichts desto trotz, bin ich ein politischer Mensch und empfinde es als absolut obligatorisch zu wissen, was vor sich geht. Natürlich niemals, ohne zu hinterfragen. Ich neige leider dazu, von gut platzierten Worten und einer gewissen Emotionalität leicht eingefangen zu werden. Theoretisch wäre ich von meiner Persönlichkeit her ein leichtes Opfer für den Populismus. Praktisch bin ich gebildet genug, gut informiert und habe mir angewöhnt ein paar Schritte zurück zu treten, um eine Information mit allen Facetten wirken zu lassen. Also, sorry AfD aber – keine Chance.

Tageszeitungen habe ich früher sehr gern gelesen, ich komme aber nicht mehr wirklich dazu.

Was ich übrigens gern tue, um die schlechten Nachrichten ein wenig von mir halten zu können ist, eine ausgleichende Zeit auf Seiten zu verbringen, die sich mit den guten Nachrichten aus aller Welt beschäftigen. Die könnt ihr einfach googeln (bzw. benutze ich seit einiger Zeit schon ECOSIA, eine „grüne“ Suchmaschine, die für alle 40 Suchvorgänge die ihr tätigt, einen Baum pflanzt. Gewöhnt man sich sehr schnell dran und funktioniert genau so gut, wie die Schwester aus Kalifornien). Es gibt auch die Good News App, in der die Nachrichten aus allen möglichen Zeitungen nach frohen Botschaften durchsucht und dann dort gebündelt werden. So erfährt man neben Krieg, Zerstörung und Leid auch von Dingen, die schön sind, glücklich machen und Hoffnung darauf geben, dass doch noch nicht alles verloren ist.

 2.       Auf welche zwei Dinge, kannst du nicht verzichten?

Also – neben den Grundbedürfnissen wie Familie, Freunde und Kaffee… Worauf könnte ich da unmöglich verzichten? Auf den ersten Gedanken fällt mir da eine ganze Menge ein. Sehr viel sogar. Bücher wären eine Sache davon. Geschichten. Ich liebe Worte und glaube, ich würde eingehen ohne zu lesen, zu träumen und mich in fremden Welten und Erzählungen zu verlieren.

Ja, auf jeden Fall, könnte ich auf Bücher nicht verzichten.

Dann natürlich – und eigentlich hätte ich das zuerst nennen müssen – das Meer. Ohne das Meer, bin ich nicht ich. Es fehlt mir jeden Tag. Hin und wieder dort Urlaub machen, ist einfach nicht genug. Ich muss es in der Nähe haben. Ich muss nicht mal jeden Tag hin fahren. Aber ich will, dass es in der Luft liegt, wenn ich morgens das Haus verlasse. Ich will am Himmel die Möwen sehen und ihr heiseres Kreischen hören, wenn ich draußen bin. Ich möchte diesen leichten Duft nach Salz und Sand, nach Muscheln und Tang bei jedem Atemzug riechen können. Ja, das Meer. Ohne das Meer, bin ich nicht ich. Eines Tages, komm ich nach Hause. Ich weiß es ganz genau.

3.       Welches nutzlose Talent besitzt du?

Davon abgesehen, dass ich von allem ein bisschen aber nichts richtig gut kann (Mathe schon gar nicht… Auch nicht ein bisschen), habe ich ein Talent, dass dem von Nic tatsächlich sehr ähnlich ist. Ich habe ein wirklich UNFASSBARES Gedächtnis – für unnützen Scheiß. Ich vergesse die Deadline der Steuererklärung (trotz mehrfacher Erinnerung seitens des Finanzamtes), ich verplane Arzttermine und sage fröhlich Leuten zu, obwohl ich schon woanders eingeladen bin. Aber – ich kann jeden Film, den ich jemals gesehen habe im Detail nacherzählen. Bei vielen kann ich die gesamten Dialoge auswendig. Ich vergesse niemals, welche Synchronstimmen zu welchen Schauspielern gehören oder, dass am 25.05.1987 ein Sack Reis in China brutal zu Boden geworfen wurde. Niemals. Ich habe ein enormes Namensgedächtnis und in Kiel kommen mir manchmal Leute entgegen, die mich nicht mehr erkennen, von denen ich aber noch Name, Adresse und Geburtstag kenne.

Ich kann noch Gedichte aus der Schule auswendig (unter anderem „Der Ring des Polykrates“ – ja, alle 16 Strophen) und ja – auch Liedtexte brennen sich in meine Hirnrinde, wie die Schrift von Mordor in den einen Ring und sind auch ähnlich kompliziert wieder zu löschen. Wenn jemand einen Einfall hat, wie man damit reiche werden kann – immer her damit. 

4.       Sprichst du manchmal mit Gegenständen?

Nein, nicht mehr. Früher habe ich mit allem gesprochen (als Kind). Warf ich wütend einen Schuh durch den Flur, nahm ich ihn danach in den Arm und entschuldigte mich. Ich sagte allen (und ich meine ALLEN) Spielzeugen einzeln Gute Nacht und hatte damit zwei Stunden vor dem zu Bett gehen zu tun. Meine Mutter zog die Notbremse als ich begann, alle (Ja – IMMERNOCH alle) mit Taschentüchern zudecken zu wollen. Fand ich früher unfair, leuchtet mir heut durchaus ein 😊.

Ansonsten ist es glaube ich heute ähnlich, wie mit allen Erwachsenen – ich fluche und pöbel Dinge an, wenn sie nicht machen, was ich will. Ich kann da auch durchaus körperlich werden. Manche Fernbedienungen haben es eben nicht anders verdient…

5.       Welchen Akzent findest du charmant?

 Ach ja, welche Frage – Norddeutsch natürlich, gern auch Platt. Kann ich leider nur verstehen, aber nicht sprechen. Aber daran werde ich noch mal arbeiten. Innerdeutsch mag ich auch Berlinerisch sehr gern (wenn auch die Stadt nicht besonders – ja, steinigt mich!).

Außerhalb von Deutschland – die Briten. Oh man, es gibt ja wohl kaum was attraktiveres, als schönes British English (wobei die Iren auch nett sind). Und ja – wenn Skandinavier oder Niederländer Deutsch sprechen ist das auch ganz besonders charmant. Leider neige ich in dem Fall dazu, die Menschen knuddelig und süß zu finden und habe immer das Gefühl, ich unterhalte mich mit sehr großen, entzückenden Kindern…

 

So, das war es auch schon wieder. Vor dem Fenster scheint die Sonne und das Thermometer zeigt mir muckelige 17 Grad an Ich bin nicht erfreut und drehe jetzt vielleicht doch mal „Last Christmas“ voll auf.

 

Habt einen wunderschönen Tag ihr Lieben. Bis zum nächsten und letzten Mal 2018. 😊

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1 Comment

  • Reply
    Tina
    8. November 2018 at 18:40

    Liebe Verena,
    liest sich alles wunderbar, ich muss wirklich über deine Sandmann Rituale schmunzeln, nur ein wichtiges Date demnächst, bitte nicht doppelt belegen ☺️.. gelle?

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