Mee(h)r im Herzen
Gedanken & Geschichten

Fünf Fragen am Fünften – Dezember

Es ist Dezember. Ich mag den Dezember. Ich mag Weihnachten. Ich mag, dass die meisten versuchen, das Beste und Schönste aus dieser Zeit heraus zu holen, die doch in Wahrheit gar nicht so zuckerig und glitzerig und friedlich ist, wie wir sie gern hätten oder aber – und das ist das Tolle daran, denn wir können es selbst entscheiden – eben genauso großartig, wie der Rest unseres Jahres. Das wissen wir ganz genau und freuen uns doch wie kleine Kinder auf den letzten Monate des Jahres. Den Monat, in dem Magie und Zauber zum Leben dazu gehören, ja, erwartet werden, wo wir sie doch sonst eher vergessen.

Auch wenn ich eine absolute Abrissbirne bin, was die Nachweihnachtszeit angeht, die für mich exakt am 27. Dezember beginnt und sofort alle Weihnachtsdeko wieder in der Versenkung verschwinden lässt, genieße ich die Zeit davor doch immer in vollen Zügen und fange damit auch gern schon im Oktober an. Vielleicht habe ich deshalb dann auch spätestens am 27.12. die Faxen dicke mit dem Glitzerkram und all dem HoHoHo. Aber bis dahin umarme ich Kitsch und Tamm Tamm, freue mich auf das Jahresendzeitgefühl und auf das nächste Jahr. Dieses nämlich verspricht bisher eines der Schönsten überhaupt zu werden. 😊

Außerdem hat Nic sich entschlossen, „Fünf Fragen am Fünften“ nächstes Jahr weiter zu führen. Darauf freue ich mich ebenfalls sehr und hoffe, ein paar Mal mehr mitmachen zu können, als dieses Jahr.

Jetzt also erst einmal die letzten 5 Fragen am Fünften von 2018.

1.       Was ist das Spießigste, das du besitzt?

Mal abgesehen von Kombi, Kind, Eigenheim und Bausparvertrag…!? Ich bin mir gar nicht sicher, ob es da noch ne Steigerung gibt und außerdem ist ja Spießigkeit, wie so Vieles, völlig subjektiv. Was dem einen sein Hipster-It-Piece, ist dem anderen sein handgeklöppelter Teewärmer von Großtante Lieselotte. Ich finde tatsächlich gar nichts spießig, was sich in unserem Haushalt/Kleiderschrank befindet. Aber objektiv betrachtet gibt es da Einiges an vorzeitig „vererbtem“ Porzellan von Oma. Eine blau-weiße Vase von Villeroy&Boch mit einem allerliebsten Rosenmuster. Ebenfalls auf der Spießerskala ganz oben Serviettenhalter aus Porzellanrosen. Meine Großeltern hatten diese schon, als ich drei Jahre alt war. Da lebten sie noch in Berlin Kreuzberg in einem anderthalb Zimmer Appartement und immer wenn ich zu Besuch war (und Harry Potter like im Schrank schlief, aber das ist ne andere Geschichte), durfte ich die Serviettenhalter zum Frühstück aus dem Schrank holen und mir meine Lieblingsrose aussuchen. Ich halte sie in Ehren und dennoch sind sie natürlich alles andere als „modern“.

2.       Worin bist du so richtig schlecht und das ist vollkommen okay?

In Mathe. Wirklich – RICHTIG schlecht. Und mit richtig schlecht meine ich „Zwei mal Drei macht Vier, Widdewiddewitt!“. Mathematik und ich hatten gleich einen miesen Start. Das fing in der Grundschule im ersten Halbjahr schon an. Ich und Häuser rechnen, nein wir hatten es nicht so. Das zog sich dann auch wie ein roter Faden durch meine gesamte Schulzeit und wurde mit den Jahren nicht besser. Im Gegenteil. Noch meine Lehrerin in der 13. Klasse sagt „Sie dürfen sich gegen Mathematik nicht so sperren“. Ich wies sie dann darauf hin, dass ich ihre Motivation schätze, aber nach 13. Jahren gegenseitiger Abneigung die Beziehung zwischen mir und Zahlen wohl auch nicht mehr zu retten ist. „Aber Mathe braucht man doch jeden Tag!“ höre ich euch entsetzt aufschreien? Schon recht. Ob ihr es glaubt oder nicht, nach 27 Jahren habe ich das 1×1 mittlerweile gemeistert und auch nen einfachen Dreisatz kriege ich gerade so gewuppt, wenn auch ohne Begeisterung. Ich bin jedoch der Meinung, dass ich niemals in meinem Leben eine Kurvendiskussion brauchen werde, erst recht nicht die Fähigkeit, das Rotationsvolumen eines Kegels bestimmen zu müssen. Aus diesem Grund denke ich, dass es absolut vertretbar ist, in den meisten Disziplinen der Mathematik „versagt“ zu haben und, das Mathe abwählbar sein müsste, sobald man es geschafft hat, geradeaus addieren und subtrahieren zu können. So – in your face Bruchrechnung. Ich bleibe bei den Worten.

3.       Füllst du gern Tests aus?

Im Sinne von „Wieviel Cheerleader steckt in dir, herzlichst deine BRAVO“? Hab ich sehr gern gemacht muss ich zugeben. Und dabei habe ich – natürlich, so wie alle – immer das angekreuzt, von dem ich wusste, dass es mir das Ergebnis bringt, das ich haben will. 😊

Dann kam Facebook und diese ganzen unsäglichen, völligst hirnrissigen Tests. „Zu wieviel Prozent bist du ein Weißbrötchen?“, „Welches Sportgerät bist du?“, „Herzlichen Glückwunsch, dein Indianername ist ´Der-jeden-Scheiß-mitmacht´!“. Irgendwann war mir das dann zu viel.

Jetzt beantworte ich lieber Fragen, die sich einzig und allein um mich drehen 😊.

4.       Welche Worte möchtest du irgendwann noch von jemandem hören?

„Sehr geehrte Frau Selck, wir haben ihr Manuskript mit Begeisterung gelesen und freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir es gern im Fischer/Carlsen/Bastei-Lübbe/Bloomsbury-Verlag veröffentlichen möchten!“ – Danke, das wars. 😊

5.       Was ist für dich an Weihnachten wichtig?

Ruhe. Wirklich. Ich mag, dass die Welt langsamer wird. Man weiß, so gut wie niemand arbeitet. Es passiert nichts. Es wird nichts verpasst, es drängen keine Termine, es will niemand was. Ich will nichts. Nur Ruhe, Familie, Essen, Kaffee und Kerzenschein. Weihnachten ist ein kurzer Ausschnitt davon, wie wir sehr viel öfter leben sollten. Mit dem Fokus auf das Leben. Sich Gutes tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Mal liegen bleiben, mal drinnen bleiben, mal den fünften Keks essen, wenn uns gerade danach ist. Das ist mir am Wichtigsten an Weihnachten. Daran denken, dass das Leben auch funktioniert, wenn wir nicht „funktionieren“. Die Welt sich weiter dreht, auch wenn mal drei Tage keine Mails geschrieben werden. Das nichts Schlimmes passiert, wenn mal nichts passiert.  Ein Luxus, den wir alle uns – auch wenn es traurig ist – irgendwie nur zu Weihnachten erlauben.

Und darum verliere ich jetzt auch nicht mehr viele Worte, sondern wünsche euch eine wundervolle (Vor-) Weihnachtszeit. Genießt sie und versucht einen Teil davon, auch ins Danach zu retten.

Happy Holidays – xoxo

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2 Comments

  • Reply
    Nic {luzia pimpinella}
    6. Dezember 2018 at 19:39

    Sind wir Schwestern von einer anderen Mutter? <3

    Ganz liebe Grüße, Nic

    • Reply
      Verena Selck
      7. Dezember 2018 at 22:21

      😅 Ich musste schon sehr schmunzeln!
      Sogar die letzten Sätze sind sich so ähnlich… Sehr witzig! ❤️

      Liebste Grüße zurück, Verena

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